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Amarone – Ein Fall für lange Winternächte von Holger Schwedler


Ein schwerer Fall von Rotwein aus dem Veneto und Friaul

Das Geheimnis des Amarone liegt im Weinkeller und macht ihn deshalb besonders und berichtenswert, mein Weinjournalist Holger Schwedler. Der Amarone ist entwickelt und am weitesten verbreitet im Veneto und Friaul (Italien). Technisch gesehen, so Holger Schwedler, wird die Traube relative früh gelesen. Die Rebsorten Corvina Veronses, Rondinella, Molinerara werden drei Monate oder länger in kleinen Holzkisten oder auf großen hölzernen Lattenrosten für den Amarone getrocknet. Danach erst gekeltert. (Der Vorgang hat die schöne Bezeichnung appassimento.) Die Trauben des Amarone stammen dabei in der Regel aus den besten Rebbergen des Classico und aus Ostlagen, damit die Reifung sich langsamer entwickelt und die Trauben mehr Zeit haben, um Zucker und Aromen zu bilden. Auch die Säure soll nicht an Charakter verlieren. Dank der dicken Schale ist bei den ausgesuchten Rebsorten mit Schwergewicht Corvina, die Gefahr der Fäulnis gering. Die geschrumpften Beeren sind wirkliche Schwergewichte mit hohem Zuckergehalt und ergeben einen Alkoholgehalt von 14 bis 17 % auf die „Waage“. Gute Erzeuger gibt es übrigens viele im Veneto.

Ich denke an Allegrini, Bertani, Begali, Beretta oder Masi, so Holger Schwedler. Alle im Fachhandel mit Preisen zwischen 20 bis 30 Euro vertreten. Trinkbar ist ein Amarone nach 5 bis 7 Jahren. Feiner und tiefgliedriger ab dem 10 „Reifejahr“. In der Jungend leuchtet er Tiefrot und verwandelt sich im Alter ins Grantrot. Man kann ihn einfach zu Käse oder sogar zur Schokoladentorte trinken. Holger Schwedler rät: Meine persönliche Empfehlung ist der Amarone von Beppe Capmapnola. Sein Amarone Caterina Zardini wird die erforderliche Ausbauzeit gegönnt. Er durfte verführerisch nach Kirschen, Pflaumen, welken Blumen und Gewürzen. In seinem viel gliedrigen Bukett ist Eleganz und Körper bestechend vereint. Hier wurde die schwierige Aufgabe gelöst, dass richtige Verhältnis von Konzentration, Beweglichkeit und Klasse zusammen zu führen. Der Wein kann einen von innen wärmen, so Holger Schwedler, und uns so über den Wintern bringen!

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